Eigentlich wollte ich mich ja schon letzten Sonntag an dieser Stelle gemeldet haben, mit dem Bericht zu den 24h von Zandvoort. Die Easy Riders haben diese mit nem 33er Schnitt erfolgreich bewältigt, Respekt, wirklich toll, aber ohne mich. Zwei Tage vor dem Start legt sich Anne mit ner Lungenentzündung ins Bett und ich habe dann das Vergnügen, mich mit den Kids zu beschäftigen. Damit wir uns nicht falsch verstehen, das war wirklich ein Vergnügen, die beiden längere Zeit für mich zu haben. Trotzdem wäre ich lieber die 24h gefahren, aber Familie geht vor und ist auf jeden Fall wichtiger. So bleiben mir von den 24h eine jungfräuliche Startnummer und eine ebenso jungfräuliche Medaille für die Finisher der Aktion.

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Ein klein bisschen ein trauriger Moment: Jörg überreicht mir feierlich meine Startnummer und Medaille aus Zandvoort – ganz und gar unbenutzt….

Nach dem verpassten Rennen rund um die Autorennstrecke von Zandvoort fällt mir die Werbung für die Bollenstreek Classic ins Auge, 135km mit Start und Ziel in Lisse, direkt neben dem Keukenhof. Mit knapp 40km Anfahrt und nochmal 40km zurück von Lisse nach Hause, kann man daraus schöne 215km machen – was in Deutschland einem Radmarathon entspricht. Jörg ist mit dabei, und so sind zwei Easy Rider heute auf dem Weg nach Lisse. Dort hat man ein schönes Start-Ziel-Areal aufgebaut. Startgeld abgedrückt, Fotos gemacht und los geht’s.

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Am Start der Bollenstreek Classic (Foto Jörg Schuhmacher).

Ein bisschen verwirrende Streckenführung zu Beginn, aber nach den ersten zwei Streckenteilungen kann man sich etwas besser auf die schöne Landschaft konzentrieren. An dieser Stelle haben wir auch eine zügige Gruppen gefunden, die uns gut voranbringt und unseren Schnitt über 29 schiebt. War aber etwas zu zügig, sodass wir sie nach ner halben Stunde wieder fahren lassen. Danach sind wir auf uns allein gestellt, niemand mehr zu sehen, bis zur ersten Kontrolle in Haarzuilens. Dort treffen wir sie alle wieder, in einem sehr schönen gemütlichen Zentrum mit netten Gastwirtschaften und Cafes. In einem ist die Kontrollstelle: Stempel, ne Banane, Wasser vom Klo – das ist alles? Bisschen dünn bei so einer Strecke. Also einkehren und noch was richtiges essen und trinken, dann weiter – fällt richtig schwer nach der Pause. Im Zigzag geht’s kreuz und quer bis zur Vecht und dann ein ganzes Stück entlang des Wassers. Echt tolle Strecke.

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Pause in Haarzuilens – sehr schönes Ambiente (Foto Jörg Schumacher).

Danach gibt’s eine Zwangspause, Plattfuß bei Jörg. Die zweite Kontrolle liegt direkt an einer Fähre, das ist ja mal eine nette Abwechslung. Da wir wohl fast die letzten sind, gibt’s kaum noch was zu futtern und zu trinken, aber egal, wird schon reichen. Mittlerweile haben wir eine Gruppe eingeholt die wir kurz nach dem Start schonmal hatten, die uns aber durch den Plattfuß abhanden gekommen ist. In angenehmen Tempo können wir die schöne Strecke jetzt richtig genießen. Im Ziel gönnen wir uns dann ein schnelles Bierchen zur Stärkung und begeben uns dann auf den Heimweg. Zum Glück steht der Wind nicht so ungünstig wie ich es befürchtet habe und wir kommen zügig voran.So ist uns auch der 29er Schnitt bis Den Haag treu geblieben. Bei 215km kann man das durchaus einen Erfolg nennen, der erste 200er in diesem Jahr, toll.

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Prost Easy Riders, auf einen schönen Tag (Selfie Jörg Schuhmacher).

Fazit: Achja, ganz vergessen, Ende Mai gibt’s auf der Bollenstreek keine Bollen sprich Blumen mehr. Tulpen weg, Osterglocken weg, alle Frühjahrsklassiker weg. Es war trotzdem eine sehr sehr schöne Strecke, toll zu fahren, sehr grün, sehr viel Wasser – kann man sich merken. Die Beschilderung war sehr exzellent, verfahren praktisch nicht möglich. Allein die Verpflegung an den Kontrollpunkten war eindeutig ein Manko, das geht sicher besser. Obwohl die Wahl der Örtlichkeiten für die Kontrollpunkte sehr gut war, rein touristisch gesehen. Das Wetter war auch phantastisch, sodass es ein richtig schöner Tag im grünen Herz der Niederlande war.