Nach dem Saisonauftakt zu Fuß beim CPC Loop in Den Haag, fand auch der Saisonstart auf zwei Rädern vor der Haustür statt, in unserem Wohnzimmer, auf ‚unserem‘ Omloop. Im letzten Jahr war der Omloop noch Neuland gewesen, dieses Jahr kannten wir fast jedes Schlagloch und jeden Drempel. Wir heisst Jörg und ich, live dabei bei der diesjährigen Ausgabe des Omloop. Dazu noch weitere Kollegen vom Patentamt, inkl Florian, der bei den 24h von Zandvoort schon zu den Easy Ridern gehört hat.

Um 9 Uhr war Start am Uithof, und pünktlich zum Start fing es an zu regnen. Die ganze Woche war hervorragendes Wetter und ausgerechnet am Tag des Omloop war es nicht so toll. Der Regen war aber nicht stark, sodass wir ungehindert in Richtung Kwintsheul aufbrechen konnten. Bis zur Vliet ging es in kleinen Gruppen, locker einrollen. Die Katwijker haben wir am Start schon gesehen, und erwarten sie irgendwann von hinten, und dann gehts rund. An Voorburg vorbei kommt Katwijk angerauscht und wir mit im Zug. Die Gruppe ist mittlerweile ordentlich angewachsen und schnell geht es Richtung Zoetermeer. Ich werde nach vorne gespült und realisiere, dass die nen belgischen Kreisel fahren, das muss dann doch nicht sein, lasse mich wieder zurückfallen. Ne Minute später knallt es heute zum ersten Mal, und zwar ordentlich, mit Überschlag.

Danach gehts ein bisschen ruhiger zu, bei Gegenwind trotzdem eine anstrengende Sache. Am Zoetermeerse Plas vorbei gehts Richtung Benthuizen, und ich muss so langsam knautschen, die fahren mir ein bisschen schnell. Dann durch den Park an den Ausläufern von Zoetermeer vorbei. Noch 2km bis zur Hauptstraße (N209), noch 2km bis wir endlich Rückenwind haben, aber ich kann den Anschluss trotzdem nicht mehr halten, weg ist die Gruppe, weg ist Katwijk, Jörg, Florian. Als ich mich beginne damit abzufinden, dass ich den Rest des Tages alleine unterwegs bin, krachts erneut. In der Unterführung zum Kruisweg rutscht einer weg, alles wird langsamer und so komme ich wieder ran, puh, Glück für mich.

An der Rotte spannt sich Florian vor uns und bringt uns mit 35-38 km/h ordentlich in Schwung. Das sollte dann auch unsere Reisegeschwindigkeit für die nächsten 35 km bleiben, zumindest auf freier Strecke. Langsam fahren geht irgendwie nicht, durch die Katwijker angefixt sind wir im Rennmodus und geben Gas. Zwischenstop beim RWC Ahoy inkl aufwärmen im Clubheim. Dann weiter Richtung Delft. Ab Schipluiden merken wir alle so langsam die Belastung, nur Florian scheint noch richtig frisch zu sein. Kurz vor Maassluis hängt er uns ab, und verpasst so auch das Zeitfahren: hinter Maassluis ist auf 3 km am Nieuwe Waterweg entlang eine Zeitfahrstrecke ausgeflaggt. Ich sehe Florian ein paar Hundert Meter vor mir – aber nicht in Zeitfahrposition, während ich nochmal alles in die Pedale werfe was da ist. Am Ende langsamer als letztes Jahr, aber keine Windschattenunterstützung, ich bin alleine auf der Strecke. Und keine Windunterstützung. So stehen am Ende 4:53 zu Buche, Platz 331 von 769 gewerteten Männern.

Danach lass ich es etwas lockerer rollen. Florian ist weg. Der hat das Zeitfahren verschoben, hat nicht die eigentlichen 3 km genutzt sondern danach angefangen. Den seh ich also nicht mehr wieder. Jörg kommt so langsam wieder ran, hat aber keine Kraft mehr. Die nächste Gruppe nutze ich um mit etwas Windschatten Richtung Den Haag zu kommen. In Ter Heijde fahren die dann aber geradeaus, sparen sich den Schlenker über den Nordseedeich, was soll das, also wenn schon denn schon. Alleine gehts jetzt weiter, gegen den Wind, und dann zum Uithof. In unter 3:30 mit 30,23 km/h (reine Fahrzeit) passiere ich die Ziellinie nach gut 105 km. Nicht schlecht, ne knappe halbe Stunde schneller als letztes Jahr. Was ich nicht verstehe: im offiziellen Tableau stehe ich mit 3:46 (d.h. ne gute Viertelstunde Pause) und 30,55 Schnitt – wie kann der höher sein als mein Realschnitt…

Im Ziel treffen wir uns dann alles wieder und begießen den Saisonauftakt mit 2 Bierchen. Deutlich besser als das kalorienfreie Red Bull im letzten Jahr. Dann auf nach Hause, heiße Dusche. Es ist und bleibt eine echt tolle Runde, die prima beschildert mit Florian und Jörg ein echter Spaß war. Da konnte auch das mäßige Wetter nichts dran ändern.