Nach dem raddominierten Frühjahr mit diversen längeren Strecken folgt im Sommer nun schon im dritten Jahr der Wechsel zum Triathlon. Doch statt gut drei Wochen triathlonspezifischem Training nach Zandvoort bleibt am Ende gerade mal eine gute Woche übrig. Eine hartnäckige Magen-Darm-Grippe setzt mich 2 Wochen außer Gefecht, streckenweise kombiniert mit einer Erkältung. So kam es, dass ich seit Januar gerade mal 2x im Wasser war, also richtig im Wasser zum schwimmen. Die Regenfahrten in Rhön und Co zähle ich jetzt mal nicht mit…die schwächste Disziplin und dann quasi untrainiert, das kann ja was werden. Das Laufen hatte ich auch einigermaßen stiefmütterlich behandelt. Hinzu kam noch dass mir eine Woche vor dem Triathlon 010 beim Laufen ein gelb-schwarz gestreiftes Insekt in den Mund geflogen ist, dass dort von seinem Stechorgan auch gebraucht gemacht hat. Zum Glück nicht im vollen Umfang, sodass nur die Trainingseinheit und der Abend versaut war. Bei der letzten Trainingseinheit vor 010 habe ich mir dann noch ne Zerrung geholt. Und am Abend vorher haben wir mit einer Grillparty noch Fabis Geburtstag nachgefeiert, viel gutes Essen, deutsches Bier vom 5l-Fass…bestens vorbereitet mache ich mich also am 17. Juli auf den Weg an die Willem-Alexander roeibaan nördich von Rotterdam. 

Komplett ohne Erwartungen beginne ich in der Wechselzone mit den Vorbereitungen auf den Triathlon. Ich bestaune die OV-Fietsen, die gegenüber auf ihre Besitzer warten, um die Radstrecke des Triathlons in Angriff zu nehmen. Ein anderer tut es mir gleich, macht auch noch ein Foto der ungewöhnlichen Sportgeräte, wie sich herausstellt ein Deutscher aus Rotterdam. Prima, jetzt habe ich Gesellschaft. So lässt sich auch die 15 minütige Verzögerung des Starts gut überstehen. 

Vom Steg muss man noch etwa 100m schwimmen bis zum Start, immerhin wird man so gleich warm. Und von Anfang an entwickelt sich das Schwimmen zu einer lockeren Angelegenheit, noch nie war es so stressfrei wie heute, macht fast sogar Spaß. Klar, schnell bin ich deswegen noch lange nicht, und schon nach 150m habe ich die mir zustehende letzte Position eingenommen. An der ersten Boje verabschiedet sich ein Mitstreiter nach hinten, das war es aber auch schon. In aller Ruhe ziehe ich meine Bahn, und verlasse das Wasser ganz ganz weit hinten. Mit 28:34 bin ich aber dennoch schneller als erwartet. Raus aus dem Neo und rauf aufs Rad.

Jetzt beginnt das übliche Spiel, die Aufholjagd kann beginnen. Auf den 4 Runden a 10,7km mache ich insgesamt 40 Sportskameraden nass, fühlt sich toll an. Einigermaßen konstant spule ich meine Runden ab: 18:35 (34,5km/h), 18:41 (34,3km/h), 18:44 (34,2km/h), 19:04 (33,5km/h). Am Ende steht mit 1:15:03 für die 42,8km die 60 beste Radzeit aller Teilnehmer zu Buche, auf Augenhöhe mit den besten Frauen im Feld. Meinen deutsche Mitstreiter überhole ich etwa 4km vor dem Ziel der Radstrecke, 8 Minuten Vorsprung von der Schwimmstrecke sind aufgeholt.

Dann gehts auf die Laufstrecke. Die ersten Schritte fühlen sich wie üblich an, als würde man das Laufen neu erlernen. Ein Gel soll für etwas Energiezufuhr sorgen, aber leider verschlucke ich mich ganz massiv, und kämpfe den ersten Kilometer mit Hustenanfällen, ganz toll. Dann finde ich aber meinen Rhythmus, auf der schnurgeraden Strecke entlang der Ruderbahn, 1,8km in die eine Richtung, 1,8km zurück, das Ganze 3x, am Ende 10,8km in 58:05 (9:33, 9:42, 10:05, 9:31, 10:00, 9:40). Je länger ich laufe desto mehr wird mir bewusst wie wenig Probleme ich heute habe, kein Zwicken im Rücken, keine Seitenstechen, super. Gegen Ende habe ich sogar das Gefühl, dass noch mehr drin gewesen wäre, beschleunige auf den letzten 1,5km nochmal, überhole Leute, cool.

Am Ende bleibt die Uhr bei 2:46:58 stehen (alle Ergebnisse), ich bin sehr zufrieden, nicht wirklich schnell, aber schön locker geblieben. Schöner Trainingstriathlon, gut organisiert, großzügig angelegter Start- und Zielbereich inkl. Wechselzone. Landschaftlich gefällt es mir auch dort sehr gut, schöne Radstrecke, wenn auch nicht die schnellste: auf jeder Runde sind etwa 16 90°-Kurven zu fahren, dazu sehr offenes und windanfälliges Gelände, auch beim Laufen. Aber zum Glück war es heute nicht so wahnsinnig windig. Und sonnig war es auch nicht wirklich, und trotzdem habe ich mir nen Sonnenbrand geholt, komisch…