Ich hab‘ mein Herz in Zandvoort verloren, irgendwie…und dabei geht es nicht um irgendein Meisje aus Zandvoort, sondern – wer mich kennt wird es ahnen – um den Circuit, die Autorennstrecke in den Dünen von Zandvoort, die gelegentlich auch für weniger als 1PS freigegeben wird. Klingt vielleicht komisch, aber obwohl ich da schon knapp 200 Mal rumgefahren bin, wollte ich beim Omloop van Zandvoort dabeisein, endlich mal wieder über den Circuit fahren, toll, und das bei phantastischem Wetter, nochmal toll. Beim CPC Loop gab es schon Sonne pur, und heute auch. Und die Sonne der letzten 2 Wochen hat auch dafür gesorgt, dass das frische Grün nur so sprießt und blühende Blumen aus allen Ecken hervorschießen. Und Blumen gehören doch zum Frühling dazu. Da kann ich es auch verschmerzen, dass ich heuer erst 2 Wochen verspätet in die Radsaison gestartet bin (was die Events betrifft), aber der Haagse Omloop fand halt leider am gleichen Tag statt wie der CPC Loop. Beides an einem Tag zu machen wäre schon ein heftiger Duathlon geworden für den Saisonzeitpunkt.

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Mein geliebter Circuitpark, schön wieder hier zu sein.

Heute mache ich auch eine neue Erfahrung. Ich bin ja schonmal mit dem Zug zur Toertocht gefahren, ohne dabei Gleichgesinnte im Zug zu treffen. Dafür massiv viele Autos auf Sonderparkplätzen in Start-/Zielnähe. Anders heute. Schon im Zug von Den Haag musste ich mir den Platz mit 6 anderen Radlern teilen. Und im Zug von Haarlem nach Zandvoort gab es dann eigentlich nur Radler im Zug, geht doch. Der Holländer fährt also nicht nur mit dem Auto zum Radfahren.

Und dann ab zu meinem geliebten Circuit. Endlich mal wieder hier zu sein ist schön. Ich sehe viele die einigermaßen gemütlich über den Kurs fahren, aber ich gebe Gas. Nicht in den roten Bereich, aber doch flott, macht Laune auf mehr, im Juni dann…schön dass die ersten 2km mit neuem Asphalt versehen sind, rollt super. Am Ende der knapp vier gezeiteten Kilometern bin ich mit 6:17 Minuten auf Platz 189 von gut 2000 Radlern. Und dann heisst es adieu Circuit und ab in die Dünen. Eine 120km Runde ist ausgeflaggt, mit Wendepunkt in Leiden. Dabei fahre ich zunächst überwiegend alleine, schließe mich keiner Gruppe an, erst in Leiden holt mich ein größerer Pulk ein, mit dem ich bis zum ersten Stop beim Swift Radclub in Leiden mitfahre.

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Die ersten Blütenfelder zeigen Farbe: Hyazinthen auf dem Weg nach Leiden.

Danach wird der Wind das bestimmende Element, von der Seite, von vorne, nicht überraschend, dass sich peu a peu kleine Grüppchen zu größeren Gruppen fomieren. Ich kann gut mitrollen, bis in Vredeburg ein kleiner Anstieg wartet, an dem das Tempo der Gruppe abfällt, den ich aber mal spritzig wegdrücke. Dann gehts links weg und ein Stück mit Rückenwind, mit mir vorneweg, fühlt sich gut an. Dann wieder rechts und plötzlich fühlt sich gar nichts mehr gut an. Den nächsten Anstieg muss ich ziemlich knautschen, nix mit spritzig, habe ich jetzt einen Einbruch? Zum Glück nur eine Momentaufnahme. Bei Lisse wartet dann die zweite Kontrollstelle, wieder ausreichend zu trinken und zu essen. Prima!

Auch auf dem nächsten Teilstück schaffe ich es irgendwann wieder in eine Gruppe, und kurz vor der dritten Kontrolle wird die Gruppe richtig groß und richtig flott. Nur dass die Herrschaften die Kontrolle auslassen. Da ich aber nach dem Ziel noch mit dem Rad nach Hause fahren möchte, will ich schon nochmal nachtanken. Zumal der Stop hier in Vijfhuizen wirklich nett ist, das Kunstfort heisst uns Willkommen. Das lassen sich auch andere nicht nehmen, und lassen es sich in der Sonne gut gehen.

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Dritte Verpflegungskontrolle am Kunstfort bei Vijfhuizen.

Auf gehts, die letzten 30km warten, weiter gegen den Wind. Irgendwann kommen ein paar schnelle Jungs von hinten, zum Glück nicht zu schnell und ich kann ihnen folgen. Wird zwar in der Folge etwas hektisch, aber dafür komme ich schnell voran. Zwischen Bloemendaal und Overveen wartet dann noch ein Klimmetje, ein richtiger Anstieg, wo einige Federn lassen müssen. Bei mir läufts gut, kann gut mit drübergehen und auf dem folgenden Rückenwindstück nochmal richtig Gas geben. Und dann hinter dem Circuit wieder zurück nach Zandvoort, mit dem Ziel auf dem Rathausplatz. 4:12 Stunden für 117km sind gut, schöne Tour, wirklich schöne Strecke.

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Ziel auf dem Rathausplatz in Zandvoort.

Ja und dann ab nach Hause. Nur habe ich die Rechnung ohne den Halbmarathon gemacht, der vom Circuit durch die Dünen zurück zum Circuit geht, und immer noch im Gange ist, und der Radweg ist noch bis 15:00 gesperrt. Mist, verplant, also muss ich unten rum, 5km weg vom Meer, dann durchs Landesinnere, und wieder 5km zurück zum Meer, mit ein paar Navigationsproblemen. So stehen dann am Ende 171km auf der Uhr. Gegen Ende ging zwar ein wenig der Saft aus, aber ansonsten lief es echt prima. immer wieder faszinierend, da fährt man monatelang keine langen Strecken, kann nicht so viel trainieren wie man vielleicht soll, aber dann hauts doch hin. Macht zuversichtlich für die kommenden Aufgaben.

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Foto des Veranstalters, etwa 5km vor dem Ziel in Zandvoort aufgenommen.