Einen Alpenpass in Holland zu bezwingen, damit werben die Organisatoren. Alpenpass in Holland? Soweit ist es dann doch nicht. Um das zu schaffen muss man schon viele viele kleine Hügel bezwingen, und genau darum geht es. 1k steht für 1,000 Höhenmeter, was für die kurze Variante gilt. Die lange 145 km Variante wartet mit 1,600 Höhenmetern auf. Kommt einem Alpenpass schon sehr nahe, aber halt verteilt über zig kleine Anstiege in der Umgebung von Arnhem, also nichtmal in Limburg, wo man die Hügel eigentlich vermutet (das Amstel Gold Race). Um diese vielen kleinen Hügel zu sammeln geht es auf einem ziemlich krassen Zickzackkurs durch die Gegend. Man schaue sich nur mal die Karte an (oder auf Strava). Die Navigation war alleine schon eine Herausforderung. Und dann ständig abbremsen, links, antreten, abbremsen, rechts, hoch, runter. Dazu schwieriges Geläuf, schmale Straßen, Klinkerbelag, Sand und Steinchen in den Kurven. Landschaftlich aber überwiegend genial, Wald, Heide, Hohlwege, Rheinaue. Und das Ganze bei heftigem Ostwind und wunderbarem Sonnenschein.

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Blick vom Start auf den Rhein.

Start der Geschichte ist bei Osterbeek, an der Westerbouwing, mit schönem Blick auf den Rhein, bzw. was von ihm hier noch übrig ist. Das größte Zickezacke kommt schon gleich danach, kreuz und quer rund um Osterbeek um nur ja jeden Hügel mitzunehmen, sehr schön. Dabei merke ich, das ist ganz schön schwierig zu fahren. Ich hatte mir in meinem jugendlichen Leichtsinn gedacht, dass man diese Hügel einfach wegdrücken kann, mal eben hochsprinten. Aber so einfach gehts dann doch nicht. Einen Rhythmus zu finden fällt hier echt schwer. Immerhin kann ich das alleine tun, das mit dem Rhythmus finden, keiner fährt mein Tempo, ich überhole massenweise Fahrer ohne dass ich selbst überholt werde. Nach 1,5 Stunden in der Anfahrt zum Veluwe Zoom die erste Ruhephase, etliche Kilometer ohne Anstieg, Zeit zum Verpflegen (die erste Verpflegungsstelle habe ich ausgelassen).

Dann wirds richtig toll. Erst Posbank hoch, durch die Heide, dann durch einen coolen Hohlweg wieder runter. Dann wieder hoch und über schmale Wege und durch Farnwälder durch den Nationalpark. Mittlerweile kam zum ersten Mal von hinten ein Duo rangefahren, aber weg kommen die nicht. Die letzten 15 km vor der nächsten Verpflegung fahre ich erstmals und letztmals in einer großen Gruppe.

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Verpflegungsstelle nach etwa 80 km.

Nach der Pause bin ich alleine unterwegs, ganz alleine, mutterseelenallein. Es dauert sowas wie ne Dreiviertelstunde bis ich zum ersten Mal wieder 1k-ride Teilnehmer sehe, und zum ersten Mal werde ich überholt, dann doch. Ab Rhenen treffe ich wieder häufiger Fahrer, hilft auch beim navigieren, wenn man sich nicht immer alleine die Bestätigung holen muss, ob man richtig ist oder nicht. Ab der Pause bis nach Rhenen ging es viel durch offenes Gelände, zum Glück in der Summe gen Westen, also mit Wind im Rücken.

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Der Rhein bei Rhenen.
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In Rhenen.

Für den Weg zurück zum Ziel hoffe ich wieder mehr auf Hügel und Wald, um den Gegenwind besser ertragen zu können. Und tasächlich nähern sich die Hügel am Rhein immer mehr. Es geht dann rund um Rhenen durch ebenjene Hügel, sehr schön, landschaftlich. Am Rhein entlang geht es dann weiter, mit gelegentlichen Abstechern in die Hügel. Zum Schluss geht es nochmal auf die gleiche Strecke wie am Morgen, in die Gegenrichtung, die Hügel auch andersrum fahren, warum nicht. Dann ists geschafft. Eine tolle Runde, wenn man das so sagen kann, im zickzack rund um Arnhem. Unter den Umständen ist auch die Beschilderung gut gelungen, obwohl ich mich ein paar Mal verfahren habe. Seis drum, gut organisiert, tolle Strecke, hat Spaß gemacht.

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Am Morgen nach unten, mittags nach oben – einer der letzten Hügel auf dem Weg zum Ziel.